Skip to content

Die Landgrafs - Lichtbildner ihrer Heimat.

12/09/09 - 12/11/18

Beide – Franz Landgraf (1870-1953) und Hans Landgraf (1899-1980) – Vater und Sohn sind begeisterte Fotografen. Begonnen hat es in Zwickau. Noch heute erzählt der Schriftzug am Haus Kopernikusstraße 2A von der „Fotogr. Kunst-Anstalt Franz Landgraf“.

1900 eröffnet der gelernte Böttcher gegenüber der Kaserne sein Fotoatelier. Er porträtiert Soldaten, fotografiert die Zwickauer. Die Landschaftsfotografie und der Ansichtskartenverlag bringen den Durchbruch. Franz Landgraf veranstaltet mit dem befreundeten erzgebirgischen Volkssänger Anton Günther Vortragsabende. Günther singt und musiziert, Landgraf zeigt seine Lichtbilder. Bereits in den 1920er Jahren finden sich Aufnahmen von Franz Landgraf in den grünen „Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz“ und im „Glückauf! – Zeitschrift des Erzgebirgsvereins“. Beide Söhne werden ebenfalls Fotografen. Der älteste Sohn Hans studiert in München Fotografie und lässt sich 1926 als Fotograf in Schlema, dem im stärksten Radiumbad der Welt nieder. Auch am Markt in Aue steht bald ein „Fotohaus Landgraf“. Schriftliche Quellen erzählen von den Anfängen des Fotogeschäfts im Kaiserreich. Sie berichten von der Etablierung der Fotohäuser in Zwickau, Oberschlema und Aue während der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Thematisiert wird die Aufrechterhaltung der Läden während der Wismutzeit - in den Jahren der DDR. In Porträts, Gruppenaufnahmen und unzähligen Ansichtskarten, in den Auftragsfotografien aus Industrie und Handel findet sich Zeitgeschichte pur. Es sind spannende „EinBlicke“ in ein ganzes Jahrhundert sächsischer und eben auch erzgebirgischer Geschichte, die der Öffentlichkeit erstmals in einer Ausstellung präsentiert werden. Gezeigt werden Fotografien aus den Sammlungen von Susann Gramm, Chemnitz und Dr. Oliver Titzmann, Bad Schlema. Beide erstellten auch die Konzeption für die Sonderausstellung im Museum Burg Schönfels.

Susann Gramm, www.grammkultur.de

Foto: Die Fotografen Hans und Franz Landgraf, um 1920