Im Jubiläumsjahr „50 Jahre Museum Burg Schönfels“ entsteht über das ganze Jahr hinweg in mehreren Abschnitten und unterschiedlichen Räumen eine große Ausstellung. Neben kleineren thematischen Stationen sind auch größere Sonderausstellungen Teil des umfangreichen Ausstellungsprogramms, das die Geschichte und Entwicklung des Museums aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Erster großer Meilenstein ist die neue Sonderausstellung im Rittersaal, die sich einem oft übersehenen Kulturdokument widmet: dem Plakat.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1975 ist das Museum Burg Schönfels ein lebendiger Ort der Kultur. Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen und Feste haben das Haus geprägt - und jede dieser Veranstaltungen wurde mit einem Plakat angekündigt. Doch diese Plakate sind weit mehr als bloße Werbeträger: Sie sind Zeugnisse ihrer Zeit, Spiegel gesellschaftlicher Strömungen und gestalterischer Entwicklungen.
Die Ausstellung zeigt, wie sich die Bildsprache der Plakate im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Während in den 1970er-Jahren schlichte, oft handgefertigte Designs dominierten, hielten ab den 1990er-Jahren zunehmend digitale Techniken und kräftige Farben Einzug – bis hin zu den vielfältigen Gestaltungsmitteln der Gegenwart.
Die Plakate dokumentieren aber nicht nur visuelle Techniken und Trends. Sie erzählen auch die politische Geschichte des Hauses. Gegründet als staatlich geförderte Vorzeigeinstitution der DDR, musste sich das Museum nach der Wiedervereinigung in einem veränderten politischen und kulturellen Umfeld neu orientieren und behaupten.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die gestalterische Kraft von Plakaten zu entdecken und gleichzeitig in die Vergangenheit einzutauchen. Für viele Besucherinnen und Besucher wird sie zu einer persönlichen Reise durch Erinnerungen an besondere Veranstaltungen und prägende Erlebnisse auf Burg Schönfels.
Es ist eine Ausstellung über fünf Jahrzehnte Plakatkunst, politische Veränderungen und Museumsgeschichte. Jedes Plakat erzählt seine eigene Geschichte.
Das Museum Burg Schönfels feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen – ein halbes Jahrhundert voller Engagement, Wandel und gelebter Kulturgeschichte. Die Jubiläumsausstellung blickt auf die bewegte Geschichte des Hauses zurück und zeigt, wie sich das Museum in fünf Jahrzehnten entwickelt hat. In sechs Themeninseln werden zentrale Etappen der Museumsgeschichte beleuchtet: von der Gründung des Hauses über die Rolle seiner Mitarbeitenden und Gäste, bis hin zu baulichen Veränderungen, der Einbindung in Verwaltungsstrukturen und der Bedeutung des Fördervereins.
Dabei wird sichtbar, wie das Museum im Laufe der Zeit zwischen staatlicher Kontrolle und fachlicher Eigenständigkeit balancierte, wie sich die Besucherschaft wandelte, wie bauliche Maßnahmen die Museumsarbeit beeinflussten und wie der Förderverein die veränderte Kulturlandschaft nach 1989/90 verkörperte.
Besonderes Gewicht erhalten die Stimmen derjenigen, die den Weg des Museums über Jahre begleitet haben. In drei Videointerviews erzählen Menschen, die eng mit dem Museum verbunden sind, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und den Veränderungen, die das Haus geprägt haben. Ihre persönlichen Erzählungen verdeutlichen, wie sich das Museum immer wieder neu positionierte, auf politische Umbrüche reagierte und den Wandel aktiv gestaltete. So entsteht ein vielschichtiges Bild eines Hauses, das gleichermaßen vom Bewahren wie vom Aufbruch lebt.
Am Ende wird deutlich, dass die Geschichte des Museums Burg Schönfels weit über den Ort hinausweist. Sie steht exemplarisch für viele Museen sowohl in Ostdeutschland als auch im ländlichen Raum, deren Entwicklung eng mit gesellschaftlichen und politischen Veränderungen verbunden ist. An ihr lässt sich ablesen, dass Museen nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit bewahren, sondern auch selbst Akteure im kulturellen Gedächtnis einer Gesellschaft sind. Sie sind Orte der Bildung, der Teilhabe und des Austauschs und stellen sich immer wieder den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.
Anlässlich seiner Jubiläumsausstellung lädt das Museum Burg Schönfels dazu ein, fünf Jahrzehnte lebendige Museumsgeschichte zu entdecken und dabei den Blick auf die Bedeutung von Museen als Orte der Erinnerung und Begegnung neu zu schärfen.
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