Das Museum Burg Schönfels feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen – ein halbes Jahrhundert voller Engagement, Wandel und gelebter Kulturgeschichte. Die Jubiläumsausstellung blickt auf die bewegte Geschichte des Hauses zurück und zeigt, wie sich das Museum in fünf Jahrzehnten entwickelt hat. In sechs Themeninseln werden zentrale Etappen der Museumsgeschichte beleuchtet: von der Gründung des Hauses über die Rolle seiner Mitarbeitenden und Gäste, bis hin zu baulichen Veränderungen, der Einbindung in Verwaltungsstrukturen und der Bedeutung des Fördervereins.
Dabei wird sichtbar, wie das Museum im Laufe der Zeit zwischen staatlicher Kontrolle und fachlicher Eigenständigkeit balancierte, wie sich die Besucherschaft wandelte, wie bauliche Maßnahmen die Museumsarbeit beeinflussten und wie der Förderverein die veränderte Kulturlandschaft nach 1989/90 verkörperte.
Besonderes Gewicht erhalten die Stimmen derjenigen, die den Weg des Museums über Jahre begleitet haben. In drei Videointerviews erzählen Menschen, die eng mit dem Museum verbunden sind, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und den Veränderungen, die das Haus geprägt haben. Ihre persönlichen Erzählungen verdeutlichen, wie sich das Museum immer wieder neu positionierte, auf politische Umbrüche reagierte und den Wandel aktiv gestaltete. So entsteht ein vielschichtiges Bild eines Hauses, das gleichermaßen vom Bewahren wie vom Aufbruch lebt.
Am Ende wird deutlich, dass die Geschichte des Museums Burg Schönfels weit über den Ort hinausweist. Sie steht exemplarisch für viele Museen sowohl in Ostdeutschland als auch im ländlichen Raum, deren Entwicklung eng mit gesellschaftlichen und politischen Veränderungen verbunden ist. An ihr lässt sich ablesen, dass Museen nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit bewahren, sondern auch selbst Akteure im kulturellen Gedächtnis einer Gesellschaft sind. Sie sind Orte der Bildung, der Teilhabe und des Austauschs und stellen sich immer wieder den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.
Anlässlich seiner Jubiläumsausstellung lädt das Museum Burg Schönfels dazu ein, fünf Jahrzehnte lebendige Museumsgeschichte zu entdecken und dabei den Blick auf die Bedeutung von Museen als Orte der Erinnerung und Begegnung neu zu schärfen.
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- Ausstellungsposter (PDF, 2 MByte)
Ab dem 3. April ist im Rittersaal die zweite Fotoausstellung mit Aufnahmen aus dem Bildarchiv des Museums zu sehen. Unter dem Titel „Zeitkapsel 2. Fotografien von 1954–1988“ regt die Ausstellung diesmal zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Burg Schönfels in der DDR an. Die ausgewählten historischen Aufnahmen geben Einblicke in eine staatlich gelenkte Kulturpolitik, ohne dabei den einzelnen Menschen aus den Augen zu verlieren.
Das Museum Burg Schönfels wurde am 17. Mai 1975 eröffnet und war Teil einer umfassenden kulturpolitischen Strategie. Von Beginn an war es Teil eines größeren staatlichen Konzepts für die Burg. Zur Anlage gehörten neben dem Museum eine Freilichtbühne, eine Gaststätte und wenig später ein Wildgehege. Das Ziel war die Schaffung einer „Museums- und Kulturstätte“, die politische Bildung, sozialistische Kultur und Freizeit miteinander verknüpfen sollte. Veranstaltungen und Ausstellungen sollten ein breites Publikum anziehen und ihm zugleich das offizielle Geschichts- und Gesellschaftsbild der DDR vermitteln.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografien, die sowohl Großereignisse als auch alltägliche Momente festhalten. Sie zeigen prominente Gäste, kulturelle Feste und politische Inszenierungen ebenso wie Szenen der Begegnung und der Arbeit. Gerade die kleinen, oft beiläufigen Aufnahmen verleihen der Ausstellung eine besondere Tiefe. Sie machen die Eigenständigkeit der Menschen vor dem Hintergrund von Großveranstaltungen und Gruppenaufnahmen sichtbar.
Die Burg Schönfels wird in den Fotografien als ein Ort erfahrbar, an dem sich die Verflechtung von Kultur, Politik und Alltag in der DDR eindrücklich nachvollziehen lässt. Die Ausstellung macht deutlich, wie eng öffentliche Inszenierung und persönliches Erleben in dieser Zeit miteinander verstrickt waren.
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- Ausstellung Zeitkaspsel 2, Poster (PDF, 8 MByte)
